6. Buchdate – Kinder- und Jugendbücher

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Liebe Eva von the lost art of keeping secrets,

die Auslosung der Datingschlange hat uns beide zusammen geführt und ich darf dir drei Kinder- oder Jugendbücher vorschlagen. Das fällt mir dieses Mal schwer, denn du scheinst eine sehr belesene Frau zu sein, die gerade auch in letzter Zeit viele Jugendbücher gelesen hat, sich aber definitiv zu alt für Kinderbücher fühlt….

Die letzten drei Bücher, die du gelesen hast, waren:

Maja Lunde – Die Geschichte der Bienen
Arundhati Roy – Das Ministerium des äußersten Glücks
Zadie Smith – Swing Time

Mit der Genre-Frage tust du dich eher schwer und nennst:

Entwicklungsroman
Gesellschaftsroman
Hm…

Deine drei liebsten Autor*innen sind:
Herta Müller, Walter Moers, Joey Goebel

Und es gibt nichts, was du überhaupt nicht lesen magst…

Puh, vielleicht habe ich da ja doch ein wenig Glück mit meinen Vorschlägen. Ich  selber liebe Märchen, Erzählungen, Fabeln, Kinder- und Jugendbücher. Vermutlich werde ich mich niemals zu alt für sie fühlen. Mir kamen sofort unzählige Geschichten in den Sinn, wie „Der glückliche Löwe“, „Norbert Nackendick“, „Ferdinand der Stier“,  „Wo die wilden Kerle hausen“… Kinderbücher, die mich heute noch begeistern, wie vor 20, 30, 40 Jahren.  Doch es sind halt all die Klassiker: Erich Kästner, Astrid Lindgren, Michael Ende, Otfried Preussler, Christine Nöstlinger, John Christopher, Janosch… Sicherlich hast du sie auch alle gelesen. Also fragte ich meine Kinder, die zwischen 18 und 30 Jahre alt sind, welche Kinder- und Jugendbücher sie empfehlen würden.  Sie landeten auch sofort bei den Klassikern und nannten mir ebenfalls unzählig viele. Gute Kinder- und Jugendbücher scheinen ähnlich wie Märchen zeitlos zu sein.

Ich möchte dir etwas empfehlen, was dir eine Brücke reicht zu einer Welt, in der sich Fantasie und Realität die Hand reichen und die du mit den Augen und Ohren eines Kindes verwundert neu entdecken kannst.  Welten, Erlebnisse und Eindrucksbilder, die du dann gerne mit in die Gedanken deiner Erwachsenenwelt zurücktragen magst.Ich möchte dir Geschichten anbieten, bei  denen du dich wieder in dein kindliches Staunen einfühlst, weniger hinterfragst, was es dir jetzt bringt, dich vielmehr von den Sprachbildern fast arglos verzaubern lässt und dabei ganz nebenbei Freude wie Weisheit erlebst. Ein hoher Anspruch, den ich da an mich stelle, bzw. an die gewählten Geschichten. Aber auch an dich. Denn du darfst keine Angst haben, wenn du über die Brücken Schritt für Schritt in die Geschichten schreitest…

Schritt für Schritt ist eine gute Überleitung zu meiner ersten Empfehlung. Tranquilla Trampeltreu von Michael Ende. Er schrieb diese schöne Fabel 1972 und 1980 entstand daraus in Kooperation mit Wilfried Hiller eine gleichnamige Kinderoper. Ich wählte sie, weil sie mich seither quasi wie ein roter Faden durch mein Leben begleitet.


Die beharrliche Schildkröte Tranquilla Trampeltreu macht sich auf den Weg, um auf der Hochzeit von Leo 28 tanzen zu können. Dabei begegnet ihr allerlei und trotz oder mit allem kommt sie gerade noch rechtzeitig, um auf der Hochzeit Leo des 29. die Beine zu schwingen.
Meine zweite Buchempfehlung  ist noch ein wenig betagter, als die erste Geschichte und ebenfalls mehr ein Kinderbuch als eins für Jugendliche oder Erwachsene. Doch wie sagte Nietzsche: „Wir meinen Märchen und das Spiel gehöre zur Kindheit. Als ob wir in irgendeinem Lebensalter ohne Märchen und Spiel leben möchten!“  Der Autor der folgenden Geschichte ist im selben Jahr geboren wie mein Vater und er stammt aus der Region, aus der auch mein Opa herkommt. Die Erzählungen meines Opas liebte ich über alles. Als ich dann etwas älter war und lesen konnte, tauchte ich nur all zu gerne in die Geschichten von Ottfried Preussler ein. Wer von uns kennt sie nicht, den kleinen Wassermann, die kleine Hexe, das kleine Gespenst, den Räuber Hotzenplotz oder Krabatt? Für das Buchdate wählte ich


mit der kleinen Hoffnung, dass du die Geschichte von dem Hutzelmann noch nicht kennst. Sie passt so schön in den beginnenden Herbst. Denn als eines Herbsttages die Sonnenstrahlen durch das bunte Laubdach und den Reisighaufen bis in Hörbes Stube tropfen, lässt er alles stehen und liegen und begibt sich auf eine abenteuerliche Wanderschaft…
Die dritte Geschichte, die ich dir ans Herz legen möchte wurde in den 1990ziger Jahren geschrieben und veröffentlicht. Ein Vater schrieb sie für seinen damals zehnjährigen Sohn, den er zurück lassen musste, um Ihrer beider Leben zu schützen. Er hatte zuvor ein Buch geschrieben, dass einem mächtigen iranischen Ajatollah empörte und die Todesstrafe über ihn verhängen ließ.


Klappentext: In der Traurigen Stadt im Lande Alifbay lebt der kleine Harun. Doch Harun hat Glück, denn sein Vater ist der allseits beliebte Geschichtenerzähler Raschid. Wenn er erzählt, dann vergessen die Menschen für einen Moment ihre Traurigkeit und erfreuen sich an seinen schier unerschöpflichen Märchen über schöne Prinzessinnen, schnauzbärtige Gangster und tollkühne Helden. Doch eines Tages wird Raschid von seiner Frau verlassen – und verstummt urplötzlich. Um seinen Vater von dieser Sprachlosigkeit zu befreien, begibt sich Harun auf eine abenteuerliche Reise zum Meer der Geschichten, zur Quelle des Erzählwassers.

10 Kommentare Gib deinen ab

  1. Myriade sagt:

    Oh, ein Märchen von Salman Rushdie. Da bin ich ja in Versuchung ……

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    1. Wili sagt:

      … dann lass dich verführen… 😊

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  2. Oh – das zweite springt mich an 😊

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    1. Wili sagt:

      … Schnapp es dir, ehe es weiter hüpft…. 😂

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  3. Ottfried Preussler hab ich auch so geliebt, mein Lieblingsbuch war „Die kleine Hexe“ und mein Sohn liebte „Das kleine Gespenst“. Deine Vorschläge reizen mich alle!

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    1. Wili sagt:

      Ich könnte jetzt auch schwer auswählen… Aber das ist ja sehr subjektiv.

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  4. Oh ha. Das wird ja schwer sich für ein Buch zu entscheiden. Vielen Dank für deine Empfehlungen 🙂
    Liebe Grüße,
    Eva

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    1. Wili sagt:

      Ich hoffe, eins wird dir doch Zusagen, obwohl es Kinderbücher sind.

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      1. Aber klar! 🙂 Ein bisschen den Horizont zu erweitern ist nie verkehrt! 🙂

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