Der süße (Hirse)Brei mit einer Prise Orient und frischem Obst

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Als kleines Mädchen, das noch lange nicht eingeschult werden sollte, liebte ich ganz besonders das Märchen vom süßen Brei. Es war meine Oma, die es mir immer und immer wieder vorlas, wenn ich bei ihr zu Besuch war. Natürlich wollte ich dann auch einmal diesen süßen Brei probieren und die Oma kochte mir einen Vanillepudding oder einen Milchreis. Das mochte ich  sehr gerne. Das mutige Mädchen in dem Märchen, das alleine in den großen Wald ging, faszinierte mich. Ich tat es ihm dann auch oft nach. Denn hinter dem Haus meiner Großeltern, ein wenig den Berg hoch, begann ein Wäldchen. Zum Glück begegnete mir da niemals ein böser Wolf oder eine Hexe, leider auch keine freundliche alte Frau, weise Zauberin oder gute Fee. Dafür aber andere Kinder, mit denen ich spielen konnte. In dem Wäldchen gab es einen Spielplatz.

In dem Alter damals küsste ich Erdkröten, die ich unter dem Laub der Bäume fand und für Frösche hielt. Sie verwandelten sich nicht zu Prinzen (Jahre später sollte ich einige Männer küssen, die weder Prinzen noch Drachentöter, aber irgendwie Kröten waren).  Es war jedesmal enttäuschend. Das Versprechen des Märchens, es gäbe immer satt und genug zu Essen, wirkte auf das kleine Mädchen, das ich war, sehr beruhigend. All zu deutlich spürte ich die Angst meiner Eltern und Großeltern, sie könnten nochmals Not und Hunger leiden.

Hirse lernte ich erstmals am Kolben als Futter für meinen Wellensittich kennen als ich bereits eingeschult war. Lange, sehr lange, bis in die Zeit hinein, da ich selber Mutter geworden war, hatte ich sie nicht selber probiert. Unglaublich, wie weit weg wir eines unserer nahrhaften Grundnahrungsmittel in den Hintergrund gedrängt hatten.  Jahrhunderte lang wurde Hirse in Deutschland großflächig angebaut und war ein, wenn nicht das wesentliche Grundnahrungsmittel, reich an essentiellen Aminosäuren, Eisen, Fluor, Zink und B-Vitaminen.  Das Wort „Hirse“ soll aus dem germanischen stammen und so viel wie satt machend, sättigend bedeuten.  Das alles lernte ich, als ich mich für Kochen und Ernährung zu interessieren begann. Mir schmeckte die Hirse sofort, sowohl süß als auch herzhaft zubereitet. Dennoch nutzte ich sie eher selten, denn Mann und Kinder schätzten sie nicht so sehr.

Heute habe ich das Gefühl tatsächlich an einem Ort mit Hirse satt zu leben. Situationen, bei denen ich den Eindruck habe, dass ich weit über den Hunger hinaus weiter Essen soll, mich quasi durch süßen Brei hindurchfuttern muss, um das Haus in der Stadt erreichen zu können, gibt es nur all zu oft. Dabei laufe ich dann eher Gefahr an den Folgen einer Überernährung zu erkranken als Hunger zu leiden.  Achtsamkeit und einen bewussten Umgang mit unseren Nahrungsmitteln gilt es in jeder Zeit zu bewahren. Dabei bin ich dankbar und genieße die Vielfalt, die mir hier und heute zur Verfügung steht.

Bereits beim Frühstück schöpfe ich aus dem reichhaltig mir zur Verfügung stehendem Angebot. Brot, Müsli, Joghurt, Eier, Obst, Gemüse, Käse, Wurst, herzhafte und süße Suppen oder Breie…  Warme Speisen mag ich besonders gerne. Sie scheinen meinem Magen gut zu tun und geleiten mich gut in den Tag.  Doch auch zum Frühstück habe ich Hirse eher selten vorbereitet, denn morgens  habe ich doch eine gewisse Eile und der Hirsebrei braucht ein wenig mehr Zeit. Jetzt habe ich Hirsegrieß entdeckt und damit ist so ein nährstoffreicher Hirsebrei schnell zubereitet. Aromatisieren und Anreichern könnt ihr diesen ganz nach eurem Geschmack und euren Vorlieben. Ich würzte dieses mal mit Cardamon, Rosen und Zimt.

Zutaten für eine Portion

  • 250 ml Milch
  • 3 EL Hirsegrieß
  • 1 TL Honig
  • 3 grüne Cardamonkapseln
  • 1 getrocknete Rosenblüte
  • 1/4 Stck Zimt
  • Obst nach Wahl als Topping

Zubereitung

Cardamon, Rosenblüte und Zimt im Mörser grob zerstoßen und in ein Gewürzsäckchen füllen. Diesen mit der Milch und dem Hirsegrieß in einen Topf füllen. Die Milch aufkochen lassen, dabei gelegentlich mit einem Holzlöffel umrühren, damit der Grieß sich nicht am Topfboden absetzt und festbrennt.

Wenn die Milch kocht, kann der Topf vom Herd genommen werden. Das geht sehr schnell. Noch scheint der Inhalt des Topfes recht flüssig. Lasst den Grieß einige Minuten ausquellen. Ich koche in dieser Zeit mit meinem Espressokännchen meinen Kaffee und schnibble evtl. noch etwas Obst. Dann entferne ich das Gewürzbeutelchen, rühre den Honig unter und serviere den nun fest gewordenen Brei mit Nüssen, Trockenfrüchten und/oder frischem Obst. Hier hatte ich Pistazien, einen halben Apfel, Kaki und Granatapfelkerne. Das war sehr lecker.

6 Kommentare Gib deinen ab

  1. gabibernauer sagt:

    Hört sich warm an! Macht ein gutes Gefühl!

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    1. Wili sagt:

      Danke, es ist schön zu lesen, dass mein Text wärmend auf dich wirkt.

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  2. bentolily sagt:

    Es geht nichts über ein warmes Frühstück. Aber mit Hirse bin ich bisher nicht warm geworden – sie steht im Schrank und ich mogele mich immer dran vorbei. Ich kann’s ja noch mal versuchen – die Ex-Kaffemühle sollte aus den Körnern so etwas wie Grieß produzieren können. So , jetzt geh ich das Märchen lesen…

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    1. Wili sagt:

      und… hat dir das Märchen gefallen?
      Hirsebrei mit einer Prise Kaffeearoma ist bestimmt auch ein feines Frühstückchen. Mir gefällt die Idee jedenfalls. Ich werde noch etwas Kardamon oder Vanille dazu geben. Danke dir 🙂

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  3. bentolily sagt:

    Das Märchen kannte ich schon. Aber ich habe es viele, viele Jahre nicht mehr gelesen. Die Märchen sind irgendwie immer wieder schön. Vielleicht sollte ich einfach mal das Märchenbuch wieder aus dem Regal holen. Jetzt im dunklen Winter ist ja Zeit zu lesen.

    Die Kaffeemühle hat übrigens schon längst kein Kaffeearoma mehr, sie wird schon seit vielen vielen Jahren anderweitig verwendet.

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    1. Wili sagt:

      Ja, Märchen passen gut zu Winterabenden, finde ich. Mit der Kaffeemühle wollte ich dir nicht zu Nahe treten. Mir gefällt aber die Idde eines Frühstücksbreis mit leichtem Moccaaroma.

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