Kürbispfannkuchen, karamelisierte Quitte und Gewürzsirup (shirini kakà kadoo, beh wa sharbat) – شیرینی کاکا کدو, به و شربت

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Kakà sind persische Pfannküchlein, eine Spezialität aus dem Nordwesten Irans, der grünen, am Kaspischen Meer gelegenen Provinz Gilan.  Von hier stammt der Sadri, persischer Reis und der köstliche Sadri dudi, ein geräucherter Reis. Neben den weiten Reisfeldern ist diese Region von Landwirtschaft, Meereskultur und dem Agrahandel geprägt. Die Menschen Gilans gelten als shekamoo, Leckermäulchen bzw. Foodies. Ihre Spezialitäten sind in ganz Iran sehr geschätzt, wie beispielsweise Zeytoone Parvadeh (Oliven in Granatapfelsaft mit Walnüssen), Ashpal (geräucherter Fischrogen), die Granatapfel-Walnuss-Marinade für Kebab,  Mast o Khiar (Joghurt mit Gurke, Minze und Knoblauch), überhaupt Sir, Knoblauch, in allen Variationen. Neben Reis,  Fisch,  Sabzi (frischen Kräutern), Granatapfel, Orangen, Auberginen und Hülsenfrüchten spielt der Kürbis eine wichtige Rolle in der gilakischen Küche. Eine Besondherheit sind Kakà , die süß und auch herzhaft zubereitet werden. Traditionell werden sie aus Reismehl gebacken. Heute möchte ich euch süße Kürbispfannküchlein vorstellen, die ich  in Köln  kennen lernte, zu einer Zeit,da hier Reismehl schwer bis nur sehr teuer zu erwerben war.  Dazu überlegte ich mir, könnten Quitten sehr gut passen sowie ein wenig von meinem orientalischen Kräutersirup, den ich gerne zum Süßen für Kaffee, Tee, Joghurt oder meinen Frühstücksbrei nehme.

Zutaten für ca 12 Pfannküchlein

Pfannkuchen
  • 100 g  Weizenmehl (traditionell Reismehl)
  • 150  g gebackenes und zermmustes Kürbisfleisch (Kürbispüree)
  • 50 g Rohrohrzucker
  • 100 ml Milch
  • 2 Eier
  • 2 TL Backpulver, *optional (ich habe es weg gelassen)
  • 1  EL Rosenwasser
  • 1 Prise Salz
  • Ghee (oder anderes Fett) zum ausbacken
karamelisierte Quitte
  • 1 Quitte
  • 1 TL Zitronen- oder Orangensaft, frisch gepresst
  • 20 g Ghee (oder Butter)
  • 1 EL Rohrohrzucker
  • 1 EL geröstete Walsnusskernstückchen
Gewürzsirup
  • 180 ml Quittensaft (alternativ Apfel- oder Birnensaft)
  • 90 g Palmzucker (oder anderen Zucker)
  • 1 TL frisch zubereitetes Advieh
  • die „Abfälle“ der Quittenverarbeitung

Zubereitung

Zugegeben die Zubereitung ist ein wenig aufwendig. Dafür erhaltet ihr dann aber ein wahrhaft königliches Sonntagsfrühstück, bzw. eine süße Delikatesse für das feine Kaffe- oder Teekränzchen:

Um Kürbispüree zu erhalten müsst ihr den Kürbis zunächst für ca. 20-30 Minuten bei 190º C backen, ein wenig auskühlen lassen und zerstampfen oder pürieren. Das könnt ihr gut weit im Voraus und auf Vorrat machen. Kürbispüree hält sich einige Tage im Kühlschrank und kann sehr gut eingefroren werden.

Das fertige Kürbispüree mit den übrigen Zutaten zu einem Pfannkuchenteig verarbeiten. Diesen zum  Ausquellen beiseite stellen.

Evtl. die flauschigen Fasern von der Quitte abreiben, die Frucht waschen, vierteln, das Kerngehäuse entfernen und in Scheiben schneiden. Wer sie nicht mag, entfernt auch die Schale. Die Fruchtscheiben sofort mit Zitronensaft beträufeln, damit das Fruchtfleisch hell bleibt und beiseite stellen. Kerngehäuse und Schale nicht verwerfen!

Für den Sirup den Quittensaft mit dem Zucker in einen Topf geben und erhitzen. Ich wählte bewusst den Palmzucker, da er schön tiefbraun und nicht zu süß, dafür aber malzig ist. Die Advieh-Gewürzmischung in einem Gewürzbeutelchen und die Kerngehäuse der Quitte dazu geben. Alles sanft köcheln lassen. Nach ca. 5 Minuten das Gewürzsäckchen entnehmen. Nach weiteren 10-15 Minuten den Sirup über ein Haarsieb abseihen und auskühlen lassen.

Währenddessen den Backoffen auf 50º C erhitzen. In einer Pfanne das Ghee schmelzen und darin nach und nach die Pfannküchlein backen. Die fertigen Pfannkuchen auf einem mit Küchenpapier ausgelegten Backblech im Backofen warm halten.

Anschließend die Butter in der Pfanne schmelzen lassen. Die Quittenscheiben zugeben und ein wenig schmoren. Den Zucker zugeben und die Fruchtscheiben karamelisieren lassen. Fertig.

Nun könnt ihr die Kürbispfannküchlein mit den Quittenscheiben belegen, ein paar geröstete Walnusskernstückchen (und wer mag, einige Rosenbütenblättchen) darüber streuen und etwas von dem würzigen Sirup dazu geben

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6 Kommentare Gib deinen ab

  1. Lehrercafe sagt:

    Sieht verdammt lecker aus. Wird gleich am Wochenende ausprobiert.😊

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    1. Wili sagt:

      Das freut mich und wünsche euch ein genussvolles Wochenende 😊

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    1. Wili sagt:

      Danke 🤗

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  2. njamnjam, das liest sich lecker

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    1. Wili sagt:

      Ja, das ist es 🤗

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