Das Rezept auf Seite 32: Wiener Knopf

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Wie aus Projekten doch manchmal unmerklich Routinen werden können. Bei mir hat es sich mittlerweile einfach eingespielt, dass ich jeweils am zweiten Donnerstag des Monats ein Kochbuch aus dem eigenen Bücherregal, eine Kochzeitschrift, eine Neuerscheinung oder ein mir zur Verfügung gestelltes Rezensionsexemplar mit dem Rezept auf Seite 32 vorstelle. In den vergangenen 16 Monaten habe ich mittlerweile über diese Reihe 12 Kochbücher vorgestellt. Wie alles seinen Anfang nahm könnt ihr hier nachlesen.  Zwischendurch haben immer einmal einzelne von euch mitgemacht, was ich toll fand. Alle bisher erschienen Beiträge im Rahmen dieser Serie habe ich euch hier zusammengestellt. Falls ihr Lust habt, ab und zu oder regelmäßig mit zu machen, nur zu. Teilt es mir einfach mit einem Kommentar mit und verlinkt euren Beitrag mit meinem aktuellen Monatsbeitrag. Ich nehme euch dann mit in die Übersichtsliste auf, damit alle Beiträge beisammen bleiben.

Mein 13. Beitrag dieser Reihe widmet sich einer  schönen, kompakten und angenehm überschaubaren Rezeptsammlung österreichischer Klassiker.

Bildergebnis für die echte österreichische küche Klassiker aus der alpenrepublik
ISBN-10: 370201666X
Das Buch erschien im April diesen Jahres im Leopold Stöcker Verlag, der mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte. Es war eine Freude das Buch in der Hand  zu halten und durchzublättern. Auf schlappen 144 durchgehend farbig bebilderten Seiten versammeln sich sämtliche Kinderferienerinnerungen und noch das ein und das andere mir bisher unbekannte.

Ja, meine Kindheit waren nicht nur Ferien bei Oma und Opa oder auf dem Bauernhof der Tante. Die Familienferien verbrachten wir auch viel in Österreich. Meine Eltern waren begeisterte Wanderer. Als ich noch sehr klein war, trugen sie mich im Rucksack, später durfte ich dann selber laufen.  Mein Vater war in der Kinder- und Jugendarbeit tätig. Er organisierte und leitete auch Kinderfreizeiten, wo wir dann oft als Familie mitfuhren. So kam es, dass wir die erste Hälfte der Schulferien  mit vielen Kindern in den Wäldern und Bergen Österreichs herumtollten und dann von dort aus als Familie für die zweite Ferienhälfte nach Italien fuhren.

Wenn wir Großstadtkinder dann so den ganzen Tag in der Natur gespielt hatten, stürzten wir uns hungrig auf die Köstlichkeiten wie Topfenpalatschinken, Schneehaufen, Buchteln, Schupfnudeln, Kasnudeln, Grenadiermarsch Backhähndl, Speckknödel, Paprikahuhn, Rindsgulasch oder Suppe mit Suppenstrudel…. Fast zu jedem der vorgestellten  Rezepte könnte ich ein Anekdötchen oder eine persönliche Geschichte erzählen. Ist das nicht toll?  Da habe ich jetzt eine übersichtliche Sammlung schöner kulinarischer Kindheitserinnerungen immer Griffbereit im Regal stehen. Ein kleiner Schatz, der mir bei aller vertrauter, klassischer Hausmannskost, doch auch noch den ein oder anderen praktischen Tipp schenkt und mit mancher Überraschung aufwarten kann. Denn die Rezepte sind durchweg modernisiert und an die aktuellen Küchengegebenheiten angepasst worden. Klar und übersichtlich bebildert werden die einzelnen Arbeitsschritte beschrieben. Vielen Rezepten ist ein QR-Code beigefügt,  über den man sich Anleitungsvideos der Internetseite von „Kochen & Küche“, einem österreichischen Kochmagazin, anschauen kann. Irmtraud Weishaupt-Orthofer, die Herausgeberin des Kochbuches, ist Chefredakteurin dieses Kochmagazins. Hier hat sie die 135 der besten, typisch österreichischen Rezepte aus diesem monatlich erscheinenden Kochmagazin zusammengestellt.

Das Rezept auf Seite 132 beschreibt, wie man OSTERPRINZEN backt. Das fand ich für Anfang November ein wenig unpassend. Wenn es eine Anleitung zum Backen von Karnevalsprinzen gewesen wäre, hätte ich mich ja darauf eingelassen, schliesslich beginnt in 2 Tagen die fünfte Jahreszeit. Doch so blätterte ich ein wenig weiter. Auf den Seiten 138-139 findet sich ein Rezept und eine Flechtanleitung für den ALLERHEILIGENSTRIEZEL, einem klassischen Brauchtumsgebäck. doch dafür war ich wiederum einige Tage zu spät dran. Meine Rettung stand dann da aber doch auch beschrieben. Aus demselben Teig wird auch der WIENER KNOPF gebacken. Die vergangenen 50 Jahre hatte ich mich erfolgreich davor gedrückt Hefezöpfe zu flechten, nun war ich dran!

Zutaten

  • 500 g griffiges Weizenmehl
  • 7 g Salz
  • 60 g Feinkristallzucker
  • 60 g Butter
  • 8 g Vanillezucker
  • 14 g Trockengerm oder 1 Würfel frische Germ
  • 1 Eidotter
  • 1 Fläschchen Rumaroma (habe ich weggelassen)
  • abgeriebene Schale von einer Orange und einer Zitrone
  • 265 g lauwarme Milch
  • etwas Milch und ein Ei zum Bestreichen
  • Mandelblättchen und Hagelzucker nach Geschmack zum Bestreuen

Zubereitung

Alle Zutaten in eine Rührschüssel geben und ca. 10 Minuten zu einem glatten Teig kneten, den Teig anschließend etwa 30 Minuten zugedeckt rasten.

  1. Den Teig in 10 Stränge zu je 90 g teilen, für jeden Knopf 2 Stränge nehmen, den ersten waagerecht auflegen, den 2. leicht schräg darüber legen.
  2. Die beiden Enden des unteren Stranges nehmen, überkreuzen und das eine Ende zur rechten und das andere Ende zur linken Seite ablegen.
  3. Auf der rechten Seite den äussersten Strang über den zweiten um eine Position nach innen legen.
  4. Auf der linken Seite den äusseren Strang unter den zweiten durchziehen, über den driten darüber legen und an dritter Position ablegen, dann wieder von rechts beginnen.
  5. Danach wieder von links und wie unter Punkt 4 fortfahren, so weiterflechten, bis die Stränge zu ende sind. Die Enden gut zusammendrücken und den Zopf locker zu einem Knopf einrollen.
  6. Die Knöpfe auf ein Blech mit Backpapier geben und an einem warmen Ort 40 Minuten gehen lassen, dann mit einer Milch-Ei-Mischung bestreichen und mit Hagelzucker oder Mandelsplittern bestreuen. Die Wiener Knöpfe bei 175° C Umluft 18-20 Minuten backen.

Uff! Beim abtippen verstand ich wenig. Zum Glück gibt es aber ja das Anleitungsvideo und auch im Buch eine erklärende kleine Fotostrecke dazu. Mir war das immer noch für ein erstes Mal recht komplex.

Diejenigen unter euch, die aufmerksam die Flechtanleitung und meine Knöpfe miteinander vergleichen, werden es bemerken. Ich orientierte mich an einer etwas einfacheren Flechtanweisung von Christina wait for it Lecker sind sie in jedem Fall und ganz schön mächtig. So ein Knopf reicht mir für 2-3 Frühstücke.

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. Myriade sagt:

    Es ist aber auch sehr schwierig mit Worten zu beschreiben, wie man einen Zopf flechten muss 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Wili sagt:

      ja, das finde ich auch 🙂

      Gefällt mir

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