Das Rezept auf Seite 32: Pasta con le noci (Nudeln mit Walnusspesto)

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Einmal monatlich, jeweils am zweiten Donnerstag des Monats stelle ich ein Kochbuch aus dem eigenen Bücherregal, eine Kochzeitschrift, eine Neuerscheinung oder ein mir zur Verfügung gestelltes Rezensionsexemplar mit dem Rezept auf Seite 32 vor. Ab und zu gesellen sich weitere Blogger*innen dazu, dann freue ich mich und nehme die Beiträge in einer Liste mit auf, sodass Interessierte sämtliche Beiträge einfach auffinden können. Wie alles seinen Anfang nahm, könnt ihr hier nachlesen.  

Heute stelle ich ein Buch vor, dass mir bereits Ende September 2017, kurz nach seinem Erscheinen, als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt wurde und mit dem ich mich, ungebildet, wie ich in manchen Dingen nun einmal bin, zunächst ein wenig schwer tat.

Fotogalerie

Klar, den Mann kannte ich aus dem Fernsehen, vom Tatort, aus der Reihe mit der Kommissarin Lena Odenthal. Ruhig ist es um sie geworden. Früher, da sah ich Tatort gerne und sie ganz besonders. Noch viel früher hatte ich schreckliche Angst, wenn ich nur die Titelmelodie des Tatorts hörte. Ich durfte auch nur mit Mama und Papa gelegentlich die Sonntagabendkrimis sehen. Während ich mich vor Aufregung und Spannung immer an meine Mutter dückte, schlief diese regelmäßig vor dem Fernseher ein…

… doch das ist Ewigkeiten her. Heute reißt mich leider kein Tatort mehr vom Hocker. Ich weiß gar nicht, wann dieser Mann hier auf der Titelseite als Kompagnon der Lena Odenthal aufgetaucht war, weiß nicht, dass der Schauspieler Andreas Hoppe heißt und die Figur, die er im Tatort spielt, kenne ich schon gar nicht beim Namen.

Kochende Schauspieler gibt es ja immer einmal wieder, also nichts ungewöhnliches, dachte ich mir so. Schließlich steht da ganz groß geschrieben: „Andreas Hoppe. Das Sizilien Kochbuch.“ Das kleiner Gedruckte in der Fußzeile des Bucheinbandes beachtete ich zunächst nicht. Eigentlich ungewöhnlich, weil ich die Arbeit von Cettina Vicenzino sehr schätze. Doch der großformatige Mann, der lässig eine Zitrone schneidet, beschäftigte mich einfach zu sehr. In seiner Einleitung widmet er das Buch seinem langjährigen und eng verbundenen Freund Mario Kopper, der nun verschwunden ist. Ein Freund mit dem er Liebe, Leid und auch die Frauen teilte… ???  In seinem Nachwort dankt er dann vielen Menschen, u.a auch Cettina Vicenzino.

Virtuelle Suchmaschinen klärten mich auf. Mario Kopper ist die Figur, die Andreas Hoppe im Tatort spielte. Diese Figur hat sizilianische Wurzeln und liebt die mediterrane Küche. Andreas Hoppe spielt diese Rolle nun nicht mehr. Als Abschiedsritual bereiste er Sizilien und suchte all jene Orte auf, die für die Figur Mario Kopper eine Bedeutung haben. Seine Reiseerlebnisse schrieb er dann zu kleinen Geschichten nieder, die jeder Hoppe- und jeder Kopperfan lieben wird. Das ist der eine Teil des Buches, der eher peripher etwas mit Kochanleitungen zu tun hat.

Doch zu den Wurzeln der Figur Mario Kopper zählen natürlich auch die kulinarischen Besonderheiten Siziliens. Um die zu Ergründen und Festzuhalten wurde Herr Hoppe von Cettina Vicenzino begleitet. Ihr Auftrag war es, die Reise des Schauspielers fotografisch und kulinarisch zu dokumentieren. So kam es, dass die Rezepte nach den Reisestationen mit ihren Stimmungen bzw. Themen zusammengestellt wurden. Sämtliche Rezepte wählte Frau Vicenzino aus, kochte sie nach und lichtete sie ab. Dabei gab sie jedem Rezept ihre kleine und auch mal größere persönliiche Note. Vertrautes und Bewährtes wurde durch kleine, aber wirkungsvolle Varriationen neu interpretiert. Das macht den Kochbuchtteil spannend und interessant, selbst für Kenner der sizilianischen Küche.  Ich finde, Cettina Vicenzino gehört zusammen mit Andreas Hoppe gleichwertig in der Kopfzeile als Autorin genannt. Denn dieses Buch vereint gleichwertig poetische Texte, stimmungsvolle Fotos und herrlich frisch interpretierte sizilianische Traditionsrezepte.

Die einzelnen Rezepte sind selbstverständlich gut strukturiert und leicht nachzukochen. Selbst Menschen mit wenig Kocherfahrung wie beispielsweise meine jüngste Tochter erzielen hier ihre Erfolgserlebnisse. Jedes Rezept wird auf einer Doppelseite dargestellt. Auf der einen Seite befinden sich Zutatenangaben, Arbeitsanleitung und so mancher Küchentrick. Auf der anderen Seite eine Großaufnahme des fertigen Gerichts, die Appetit macht.

So kurz vor Weihnachten mag ich das Buch als ein schönes Geschenk empfehlen, geeignet für all jene, die Andreas Hoppe und die mediterrane Küche verehren.

Das Rezept auf Seite 32 ist „Pasta con le noci.“ Ein köstliches, klassisches Herbstgericht, das mit wenigen Zutaten auskommend ein wärmendes Wohlfühlessen schenkt. Zitone und Minze geben Nonnas traditionellem Rezept eine jugendliche Frische.  Die herbstliche Pasta duftet nach einem erfrischenden Sommerwind der über Zitronenplantagen am Hang des Etnas hinwegfegt… Leider hatte ich keine frische Minze, dafür aber in Olivenöl eingelegten Gartensalbei zur Hand. So erhielt mein nachgekochtes Gericht eine würzige, leicht bittere Note, die mich an die schwarze Erde des Vulkans denken ließ.

Zutaten für 4 Portionen

  • 400 g Bavette (ich nahm 300 g Vollkorn-Farfalle)
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 Handvoll Minze (ich nahm in Olivenöl eingelegten Salbei, einfach, weil ich den vorrätig habe)
  • 120 g Walnüsse
  • 80 g geriebener Pecorino
  • 1-2 EL Zitronensaft
  • 160 ml  Olivenöl (ich nahm etwas weniger)
  • 40 g gehobelter Pecorino
  • Salz und Pfeffer

Zubereitung

Die Bavette nach Packungsanleitung in Salzwasser al dente kochen. Die Nudeln abgießen, dabei etwas Kochwasser auffangen und beiseitestellen.

Knoblauch abziehen, Minze waschen. Walnüsse in einer beschichteten Pfanne ohne Fett anrösten.

Einige Walnusskerne zum Garnieren beiseitelegen, die restlichen mit Knoblauch, Minze, geriebenem Pecorino, Zitronensaft und Olivenöl in einen Mixer geben. Nicht zu fein pürieren, da man die Walnusskerne noch im Mund spüren sollte. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Das Walnusspesto unter die Nudeln mischen, eventuell noch etwas vom aufgefangenen Kochwasser dazugeben.

Auf vier Tellern anrichten, mit Pecorinospänen bestreuen und mit den beiseitegelegten Walnüssen garnieren.

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. Susanne sagt:

    Schön sieht Deine Pasta aus :-).
    Und ich habe mich auch arg gewundert, dass Cettina Vicenzinos Arbeit da so kleingemacht wurde; das ist nicht in Ordnung.

    Gefällt 1 Person

    1. Wili sagt:

      Und ich hatte mich gewundert, dass es in deiner Rezension nicht zum Ausdruck kam.

      Gefällt mir

      1. Susanne sagt:

        Äh. Doch. Ich habe doch geschrieben, dass die Rezepte von ihr sind. Und auch auf ihren Artikel zur Entstehung des Buches verlinkt.

        Gefällt 1 Person

      2. Wili sagt:

        Ja, das hast du. Und das finde ich gut.

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