Ayam goreng – fried chicken Indonesian style

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Enten – und Hühnerfleischgerichte sind in Indonesien sehr beliebt. In den Dörfern und in den einfachen Straßenzügen großer Städte läuft das Federvieh frei herum und ernährt sich auch von dem, was der Boden so hergibt. Das Fleisch ist dadurch muskulöser, fester und herzhafter als das industriell produzierte Geflügelfleisch aus Massenzuchthaltungen, die man natürlich auch in Indonesien vorfindet.  Bei dieser Vorliebe wundert es nicht, das Systemrestaurants wie KFC, Texas, CFC oder McDonald auch und besonders mit ihren fritierten Hähnchengerichten in Indonesien boomen. Bemerkenswert finde ich, dass sich neben den großen ausländischen Schnellrestaurantketten auch indonesische Franchiser mit einer eher traditionell indonesischen Küche behaupten können. Beispielsweise das „fried chicken Mbok Berek“ , das sich seit einem halben Jahrhundert gegen die starke ausländische Konkurrenz behauptet und weiter expandiert. Besucht man die aktuelle Internetpräsentation des Unternehmens Mbok Berek,  trifft man auf ein spannendes Entre:

“ Hausfrau zu sein ist eine Wahl und nicht, wie es in unserer Gesellschaft oft wahrgenommen wird, der Frau von Natur aus vorgegeben. Jede Frau hat das Recht zu wählen ob sie ihren Geist, ihre Energie und ihre Zeit als Hausfrau einsetzt oder eine andere Rollen in der Gemeinschaft übernimmt. Sie kann sich zwischen diesen beiden Möglichkeiten entscheiden oder eine dritte Möglichkei wählen, nämlich sowohl  Hausfrau zu sein als auch für die Gemeinschaft zu arbeiten, etwa als soziale Aktivistin oder als Unternehmerin.“

Hausfrau, Mutter und Beruf in einer Frau zu vereinen ist an jedem Ort, zu jeder Zeit  anstrengend und auf Strecken  entbehrungsreich, insbesondere  wenn diese nicht von den anderen Mitgliedern der Gemeinschaft/Gesellschaft mitgetragen wird. So berührt mich die Geschichte der Frau im fernen Indonesien, die Ende der 1960ziger Jahre bei Yokjarkarta ihren Ehemann und ihre Kinder wirtschaftlich mit unterstützte, indem sie ayam goreng von geliehenem Fleisch und geliehenen Gewürzen zubereitete und verkaufte, sich damit langsam hocharbeitete und ihren Enkeln ein indonesisches Franchise-Imperium mit eigener Gewürz-  und Tiefkühlgeflügelproduktion unter dem starken Markennamen Mbok Berek vererbte. Achtet mal bei eurer nächsten Indonesienreise auf Mbok Berek Läden und bestellt euch vielleicht ein ayam goreng kampung. Denn dieses fritierte Hähnchen soll mit der ursprünglichen und geheimen Gewürzmischung zubereitet werden, mit der die Unternehmensgeschichte ihren Anfang nahm.

Anders, als fried chicken oder das Wiener Brathendl, wird ayam goreng zuerst mariniert, dann in der Marinade gekocht und schließlich nur sehr kurz in heißem Öl knusprig golden  gebratenDazu gibt es unzählige Arten ayam goreng zu würzen. Wikipedia zählt die geläufigsten Varianten auf.  Jede Region, jede Ortschaft, ja jede Familie hat ihre eigene Art, die Gewürze so zu kombinieren, dass sie das köstlichste ayam goreng servieren können. Ich stellte euch bereits ayam bakar taliwang vor. Das Hähnchenfleisch wurde zunächst in gewürzter Kokosnussmilch mariniert, gegart und dann gegrillt. Wenn ihr es in Öl bratet erhaltet ihr ayam goreng taliwang. In Ermangelung an Kokosnusswasser habe ich dieses mal mein Hähnchen in einer wässrigen Würzmarinade eingelegt und gegart.

Zutaten

  • 1 Hähnchen
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 kleine Chilischote
  • 1 TL frisch geriebener Ingwer
  • 1 TL frisch geriebener Galgant
  • 1 TL Tamarindenpaste
  • 1 TL gemahlener Koriander
  • 2 TL Kurkuma
  • 2 TL helle Sojasauce
  • neutrales Öl
  • Maisstärke

Zubereitung

Das Hähnchen in 2, maximal 4 Teile zerlegen. Die Gewürze im Mörser oder Mixer zu einer Paste verarbeiten, diese mit Wasser oder Kokosnusswasser vermengen und die Hähnchenstücke darin wenigstens 4 Stunden, besser über Nacht marinieren.  Die Hähnchenteile sollen vollkommen mit der Marinade bedeckt sein. Dann die Marinade mit den Hähnchenstücken aufkochen und 30-40 Minuten köcheln lassen. Das Ganze abkühlen lassen, die Hähnchenstücke aus der Marinade heben, trocken tupfen und evtl. in mundgerechte Stücke zerlegen.  Reichlich Öl in einer Pfanne erhitzen. Die Hähnchenstücke in Maisstärke wenden und  zügig von allen Seiten goldbraun und knusprig braten.

Dazu reichte ich einfach gekochten Jasminreis, sautierten Lauch, Tempeh goreng und ein Sambal trasi.

 

8 Kommentare Gib deinen ab

  1. finbarsgift sagt:

    Leeeeeeckerrrrrr!

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    1. Wili sagt:

      Jaaaaaaaaaa 😋😋😋

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      1. finbarsgift sagt:

        Jammmm jammmm 😁😁😁

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  2. Mmmmmhhhh, sieht das lecker aus!!!

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    1. Wili sagt:

      Schön, dass es dir zusagt.

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  3. D.S.K sagt:

    Schöne Hintergrund Story. Übrigens hätte KFC früher so eine Art Fried Rice, den habe ich geliebt. Deine Version ist aber deutlich besser. Lg Cornelia

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    1. Wili sagt:

      Ja, die Hintergrundgeschichte finde ich auch interessant.
      Ob du es nun glaubst oder nicht, aber ich hatte noch nicht das Vergnügen bei KFC zu essen, einfach, weil es sich bisher nicht ergab 😅

      Gefällt 1 Person

      1. D.S.K sagt:

        Das ist kein Verlust. Mittlerweile können wir es besser. 😉

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