Pandanbiskuitrolle mit Cocoscreme

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Glaubt man den diversen Meldungen des Netzes, so soll Pandan in diesem Jahr als ein neues Superfood nach Avocado, Matcha, Grünkohl und co stilisiert werden. Frei nach dem Motto je grüner um so gesünder soll der Pandanstern am Himmel emporsteigen. Ein neuer persönlicher kleiner Kummer für mich, der da am Horizont aufflackert. Nicht, dass ich es der Pflanze nicht gönnen würde, auch bezweifle ich nicht ihre gesundheitsfördernden Nebenwirkungen, die ich ja selber gerne nutze und gezielt anwende. Doch treiben diese lifstyle-orientierten Marketingkampagnen, die fleißig von Influencern über sämtliche Social-Media-Kanälen verbreitet werden, jedesmal auch die Preise für die seit Jahrzehnten in meiner Küche bewährten Grundzutaten in die Höhe. Ja, ich bin aufrichtig, das bekümmert mich ein wenig.

Jedesmal, wenn ich mit Pandanblättern koche oder backe, duftet meine ganze Wohnung  angenehm. Ich mag diesen ganz eigenen Duft und das spezifische Aroma, das ich sofort mit Indonesien, Malaysia und Thailand verbinde. Ril hatte damals irgendwie ein Pflänzchen aus Indonesien eingeschmuggelt, das jahrelang in unserem Wohnzimmer gedieh. Regelmäßig aromatisierten wir mit dessen Blättern unseren Reis. Als ich dann schwanger wurde, kochte er mir daraus täglich einen Ingwer-Pandan-Tee, den ich heute noch sehr gerne mag. Ich erinnere mich nicht mehr, ob die Pflanze irgendwann eingegangen war oder bei einen meiner Umzüge einfach zurück blieb. Ich habe sie jedenfalls schon sehr lange nicht mehr. Statt dessen beziehe ich Pandanblätter frisch oder eingefroren aus dem  Asialaden.

Ich backe sehr gerne mit Pandan und stellte hier schon Rezepte für einen klassischen Pandankuchen mit Kokosfüllung, eine Johannisbeertorte mit Pandanbiskuit und Kokosreismehlpfannkuchen vor.  Heute buk ich eine Pandanbiskuitrolle, die mir dann leider doch zerbrach, als ich die Kokoscreme einrollte. Geschulte Blicke werden das erkennen. Doch schadet es nur ein wenig der Optik, nicht aber dem köstlichen Geschmack. Pandan und Kokosnuss passen einfach zauberhaft zusammen.

Zutaten

  • 6 Eier
  • 1 Prise Salz
  • 100 g Rohrohrzucker
  • 50 ml Mandelöl
  • 80 ml Kokosmilch
  • 6 Pandanblätter
  • 180 g Mehl
  • 1 Prise Vanille
  • 1/2 TL Backpulver
  • 100 ml Sahne
  • 100 g Mascarpone
  • 40 g coconut creme powder (Asialaden)

Zubereitung

Den Backofen auf 160° C vorheizen. Die Pandanblätter gründlich waschen und in kleine Streifen schneiden. Diese zusammen mit der Kokosmilch im Mixer pürieren, über ein Haarsieb ausgießen und die Flüssigkeit auffangen. Den Trester sehr gut ausdrücken und ggfs anderweitig weiter verwenden (Reis oder Currys damit aromatisieren, Tee oder Sirup davon kochen, als Raumbedufter in einem Schälchen Wasser auf die Heizung stellen) oder direkt verwerfen.

Eiweiß und Eigelbe voneinander trennen. Zunächst das Eiweiß mit einer Prise Salz und der Hälfte des Zuckers sehr steif aufschlagen. In einer weiteren Schüssel die Eigelbe mit dem restlichen Zucker und der Vanille ebenfalls zu einer schaumigen Creme aufschlagen. Unter ständigem Rühren nach und nach das Mehl, Backpulver, Öl und die nun grüne Kokosmilch dazu geben. Mit einem Rührspachtel behutsam den Eischnee unter den Teig heben. Es sollte ein grüner, fluffiger, zähfließender Teig entstehen. Wenn ihr fertig seit könnt ihr eins/zweimal die Rührschüssel kräftig auf die Arbeitsplatte aufschlagen, um so mögliche Luftblässchen zerplatzen zu lassen.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen (oder dieses gut einfetten). Den Teig nun langsam und gleichmäßig verteilt auf das Backblech fließen lassen und dieses dann für ca 20-30 Minuten in den Backofen schieben. Mit der Stäbchenprobe testet ihr, ob euer Biskuit fertig ist (er sollte kaum gebräunt sein und kein Teig klebt an eurem Teststäbchen).

Nachdem ihr das Backblech aus dem Ofen genommen habt, legt ihr ein frisches Backpapier auf die noch heiße Biskuitplatte, hebt diese vorsichtig heraus und wendet sie. Das nun obere Backpapier zieht ihr behutsam von der Biskuitplatte, die ihr anschließend zusammenrollt und vor dem nächsten Arbeitsschritt komplett auskühlen laßt.

Die kalte Schlagsahne schlagt ihr auf und rührt die ebenfalls kalte Mascarpone unter. Zum Schluß gebt ihr das Kokoscremepulver hinzu (Kokoscremepulver ist gefriegetrocknete Kokosmilch). Sofort wird eure Creme fester und verströmt ein herrliches Kokosaroma. Nun rollt ihr behutsam eure Biskutiplatte auf (ich war ein wenig unachtsam und sie riß mir dabei ein), bestreicht sie mit der Creme, sodass an einem Ende ein schmaler Rand von ca. 1 cm frei bleibt und rollt sie wieder auf. die Creme verschiebt sich dabei ein wenig nach vorne. Abschliessend wickelt ihr eure Biskuitrolle in Frischhaltefolie ein und laßt sie ein paar Stunden  oder sogar über Nacht im Kühlschrank durchziehen, ehe ihr davon nascht.

 

9 Kommentare Gib deinen ab

  1. Einmal mehr bedauere ich, daß man hier nicht einfach reingreifen kann und sich was leckeres rausholen, das sieht so göttlich lecker aus!
    Einen guten Start in die neue Woche wünsche ich, liebe Grüße
    Monika.

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    1. Wili sagt:

      Guten Morgen liebe Monika, das verstehe ich sehr gut, geht es mir doch oft ähnlich beim Scrollen durch die Blogs. Zum kleinen Trost ist dieser Kuchen schnell nachgemacht und belohnt mit einer wohlig duftenden Küche/Wohnung obendrein. LG Wili

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  2. Susanne sagt:

    Superfood? Echt? Und ich dachte, es geht ums Aroma….
    Die Rolle sieht trotz Bruch toll aus, ich würde ein Stückchen nehmen (mindestens;-). Wobei, nicht alles wird besser mit Pandan. Ich habe neulich Eis gemacht…naja. Ich musste beim Essen dauernd an Duftreis denken…

    Gefällt 2 Personen

    1. Wili sagt:

      ja, Superfood. Pandan wird schon sehr lange traditionell bei Magen-Darm-Problemen, als Appetitanreger, als Aphrodisiakum eingesetzt und soll sich günstig auf den Blutdruck und den Blutzucker auswirken. Vielleicht findet es sich deshalb in so vielen asiatischen Süßspeisen, ,weil es ein wenig den Zucker neutralisiert 😉
      Wenn du sagst, die Rolle sieht trotzdem gut aus, dann ist das ein großes Kompliment, danke dir dafür. Ich würde, glaube ich, ein Pandaneis mögen. Kennst du Es Campur? Das ist eine sorbetartige indonesische Süßspeise mit Pandan, Kokosmilch und allerlei „buntem Zeugs“. Ich liebe es 😀

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      1. Susanne sagt:

        Nein,das kenne ich nicht, es klingt aber verlockend. Und was das Eis angeht – vielleicht habe ich übertrieben mit Pandan…

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  3. Pandanblätter habe ich noch nie verwendet. Mit deinem Beitrag hast du mir aber richtig Lust darauf gemacht … Danke für die Inspiration! LG Daniela

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    1. Wili sagt:

      Das freut mich und ich wünsche dir ein sinnliches Vergnügen mir Pandan 🤗🙋

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  4. Corinna sagt:

    Das sieht sooo lecker aus! Irgendwie frühlingshaft.

    Gefällt 2 Personen

    1. Wili sagt:

      Danke dir, es schmeckt auch mehr nach Frühling und Sommer als nach dem aktuellen Winter ☺️

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