Lammeintopf mit Kokosnuss und Zitronengras – Gule kambing

am

Gestern noch duftete es nach Rosen, Safran und Dill in meiner Küche. Frische Pistazien und die milde Säure gepresster unreifer Trauben umgaben das zarte Lamm. Es schmeckte nach Herbst und Freude.

Heute aber durchströmt ein sonniger Hauch Kokosnuss, Zimt und Nelken meine Wohnung, getragen von belebendem Zitronengras. Mein zarter Lammeintopf präsentiert sich im indonesischen Gewand und weckt Erinnerungen an Gamelanklänge sowie Gitarrengesang neben den Jukungs (indonesische Fischerboote) in mir. Dabei hatte ich Gule kambing das erste mal Anfang der 1980ziger Jahre in einem kleinen Restaurant am Brüssler Platz in Köln gekostet. Dort war es natürlich mild angepasst gewesen an meinen deutschen Gaumen und schmeckte doch so unglaublich exotisch.  Das Restaurant gibt es übrigens heute immer noch. Ich war schon ewig nicht mehr dort und sollte es vielleicht bei einen meiner nächsten Kölnbesuche noch einmal aufsuchen.

Gule kambing ist ein klassisches indonesisches Gericht, das  – ursprünglich mit dem Fleisch von Zicklein zubereitet – zu besonderen Anlässen gereicht wurde. Es wird ein bunter Strauss an Gewürzen verwendet und ist dennoch sehr simpel in der Zubereitung. Die Gemeinsamkeit mit dem persischen Lammeintopf vom Vortag besteht in dem langsamen und schonendem Garvorgang, der den Aromen die Zeit schenkt sich auf das harmonischste miteinander zu verbinden und Küche wie Wohnung wunderbar zu parfümieren.

Zutaten für 2 Portionen

  • 300 g  Lammfleisch aus der Keule, in mundgerechte Stücke geschnitten
  • 1 EL Öl
  • 1 kleines daun jeruk (Kafirlimettenblatt)
  • 1 salam daun (Lorbeerblatt)
  • 1 Nelke
  • 1 Zitronengras, zerquetscht und verknotet
  • 1/4 Zimtstange
  • 500 ml dünne Kokosmilch
Gewürzpaste
  • 4 Schalotten
  • 3 Knoblauchzehen
  • 3 rote Chilis
  • 2 Kemirinüsse
  • 1 TL frische gehackter Ingwer
  • 1/2 TL Kurkuma
  • 0,5 cm frischer Galgant
  • 1 TL Koriandersamen
  • ¼ TL Kreuzkümmel

Zubereitung

Zunächst aus sämtlichen Zutaten im Cobek oder mit einer Küchenmaschine die Gewürzpaste herstellen ( Wer es nicht so scharf mag, nimmt weniger Chili und/oder entkernt die Chilis). Dann das Öl in einem Bräter erhitzen und die Paste mit dem Zitronengras, Nelke, Zimt, daun jeruk und daun salam einige Minuten anbraten. Das Fleisch hinzugeben und von allen Seiten gut anbraten. Mit der Kokosmilch löschen, die Temperatur reduzieren und alles 1 1/2 bis 2 Stunden simmern lassen. Dabei dickt die Sauce ein. Jenachdem, wie sämig ihr sie haben möchtet, gebt ihr ein wenig Wasser nach oder lasst sie noch etwas länger einkochen. Ich hatte mein Gule kambing nach dem anbraten in einen Crocky umgefüllt und 4 Stunden auf Stufe „High“ schmoren lassen.

Serviert habe ich mein Gule kambing auf weißem Reis und ein wenig garniert mit Tomatenscheiben, Petersilie und gerösteten Zwiebeln.


 

 

 

5 Kommentare Gib deinen ab

  1. kormoranflug sagt:

    Sieht aus wie Rendang vom Lamm. Aber dann fehlt Tamarinde.

    Gefällt 1 Person

    1. Wili sagt:

      Stimmt, weil ich die Sauce sehr einkochen ließ

      Gefällt 1 Person

  2. Duftende Gewürze sind was herrliches! Sie können sogar Erinnerungen wecken!
    Ich wünsch dir einen schönen, duftigen Frühlingssonntag, liebe Grüße
    Monika.

    Gefällt mir

  3. Wieder so etwas Göttliches!😍 Aber was sind Kemirinüsse?

    Gefällt 1 Person

    1. Wili sagt:

      Das ist ein spezielles Gewürz, das du im Asialaden oder online erwerben kannst. Geschmacklich ähnelt es Macadamianüssen, allerdings wird es auch zur Bindung eingesetzt. Roh sind Kemirinüsse giftig.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s