Das Rezept auf Seite 32 – Muschelpfanne Ameijoas salteadas

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Einmal monatlich, jeweils am zweiten Donnerstag des Monats stelle ich ein Kochbuch aus dem eigenen Bücherregal, eine Kochzeitschrift, eine Neuerscheinung oder ein mir zur Verfügung gestelltes Rezensionsexemplar mit dem Rezept auf Seite 32 vor. Ab und zu gesellen sich weitere Blogger*innen dazu, dann freue ich mich und nehme die Beiträge in einer Liste mit auf, sodass Interessierte sämtliche Beiträge einfach auffinden können. Heute hat wieder einmal Daniela Terenzi von linzersmileys einen schönen Beitrag beigesteuert, in dem sie ein Kochbuch vorstellt, dass sie in Rom gefunden hat.

Wie alles seinen Anfang nahm, könnt ihr hier nachlesen.  

Mittlerweile habe ich im Rahmen dieses kleinen Projekts 12 neue Kochbücher vorgestellt und wenn ich ehrlich bin, bin ich es damit auch schon wieder müde geworden. Die Neuen kommen alle schön aufgemacht daher, oftmals mit vielen tollen Fotos, freundlichen Texten, kleinen Tipps und mehr oder weniger innovativen, mehr oder weniger gut entwickelten und beschriebenen Rezepten.  Gelegentlich vermittelten sie mir das Gefühl, dass es gar nicht wirklich um das Näherbringen einer Kochkunst gehe. Begeistern konnten sie mich immer da, wo sie zwischen Hochglanz und schöner Fotowelt die Persönlichkeit einzelner Gerichte, ihrer Entwickler oder der Autoren verrieten, wenn sie mir tatsächlich für mich neue Zubereitungsweisen oder Zutatenkombinationen offenbarten oder mich in eine mir noch unbekannte Küchenwelt entführten.  So geht es mir auch mit dem Kochbuch von Sylvie Da Silva, von dem ich mich doch noch einmal angesprochen fühlte.

Ich kenne Frau Da Silva nicht, die beruflich eher in der Tourismusbranche denn in der Küche zu Hause ist. Sie ist die Tochter portugiesischer Auswanderer, die sich in Südfrankreich niederließen und dieses Buch erschien in Frankreich erstmals vor zwei Jahren. Jetzt liegt die deutsche Übersetzung vor.

Sylvie Da Silva: Lissabon – Das Kochbuch. Authentische Rezepte aus Portugals Hauptstadt, erschienen im Südwest Verlag

Das ist nun mein erstes Kochbuch zur portugiesischen Küche. Ab und zu genieße ich hier in Hannover Linden beim Portugiesen Petiscos zu einem Glas Vino verde. Damit erschöpfen sich dann auch schon meine Kenntnisse und Erfahrungen zu der Küche Portugals. Ich war also neugierig und wurde angenehm überrascht.

Sylvie Da Silva präsentiert eine schöne Mischung leicht nachzukochender Rezepte aus der Region um Lissabon. Manches davon nach ihrer eigenen Art, der Art des Papas oder der Tante. Pragmatisch greifen die Rezepte auf leicht zu erwerbende Zutaten zurück, mit einigen wenigen, aber wesentlichen Ausnahmen. Klippfisch gibt es eher nicht im deutschen Lebensmittelgeschäft, frische Sardinen oder Herzmuscheln sind bei uns leider auch eine Seltenheit, die man am ehesten bei spanischen und/oder portugiesischen Lebensmittelhändlern finden kann. Aber das macht mir ja nichts. Ich bin es gewohnt und liebe es in den kleinen Spezialitätenlädchen einzukaufen.

Es werden wohl vorwiegend die Klassiker der portugiesischen Küche und viele kleine Leckereien präsentiert. Deshalb vermute ich, dass dieses Kochbuch für Menschen wie mich geschrieben wurde, die nach einer Lissabonreise Lust bekommen haben, die Köstlichkeiten nachzukochen,  bzw. lädt das Buch ein, sich ein wenig mehr mit Lissabon, Portugal und seinen Menschen zu beschäftigen. Neben den Rezepten und Hintergrundinformationen zu den einzelnen Zutaten, erzählt sie vom Fussball und vom Fado, vom Leben in Lissabon und von der portugiesischen Diaspora, alles in kleinen Häppchen, appettlich und anregend aufgemacht. Besondere Freude bereiteten mir die vielen kleinen Musikvorschläge zu einzelnen Rezepten und Geschichten. Damit verwöhnte sie neben meinem Gaumen auch meine Ohren.

Kurzum kann ich nicht beurteilen, ob das Buch neue oder innovative portugiesische Rezepte beschreibt, auch kann ich nicht bewerten, ob die Rezepte tatsächlich klassisch dargestellt wurden. In jedem Fall hat mir das Büchlein Lust auf Lissabon gemacht und alles, was ich bisher nachkochte, war einfach lecker.

Nicht auf Seite 32, dafür aber auf Seite 64 fand ich dann das Rezept für meinen heutigen Beitrag, bei dem ich ein klein wenig Aufwand betreiben durfte, um an die Hauptzutat zu kommen. Die Zubereitung selber war ein Klacks und bei dem schönen Sonnenschein vor zwei Tagen war es auch noch wirklich ein wundervoller Snack. Es fehlte lediglich der Blick aufs Meer.

Muschelpfanne Ameijoas salteadas

Zutaten für 6 Personen

  • 2 Kg Herzmuscheln (ich hatte Venusmuscheln)
  • 1 kleine Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2-3 Stängel glatte Petersilie oder Koriander
  • 4 EL Olivenöl
  • 1 Prise Piri-Piri (ich hatte Chiliflocken)
  • 100 ml trockenen Weißwein
  • Saft von 1/2 Zitrone

Zubereitung

Einen suppenteller umgedreht auf den Boden einer großen Salatschüssel setzen. Die Muscheln hineinlegen, mit kaltem Wasser bedecken und 3-4 Stunden wässern. Dabei das Wasser mindestens einmal austauschen, ohne den Sand am Schüsselboden aufzuwühlen.

Die Muscheln mit reichlich frischem Wasser abspülen.

Die Zwiebel abziehen und hacken. Den Knoblauch abziehen und klein würfeln. Petersilie oder Koriander waschen und hacken.

Das Olivenöl in einer tiefen Pfanne erhitzen. Zwiebeln und Knoblauch mit Petersilie oder Koriander darin scharf anbraten. Die Muscheln hineingeben. Piri Piri und Weißwein zufügen und kräftig rühren. Den Deckel aufsetzen und die Muscheln 15 Minuten bei starker Hitze garen, bis sie sich geöffnet haben. Exemplare, die geschlossen bleiben, aussortieren.

Die Muscheln auf Teller verteilen und mit dem Zitronensaft beträufeln.

Dieses Kochbuch schenkte mir aber auch meinen neuen Lieblingssalat 2018

Salada de grao de bico com atum

und verriet mir endlich das Geheimnis der leckeren Pasteis de bacalhau

 

 

4 Kommentare Gib deinen ab

  1. iraqbefore sagt:

    Sieht alles wirklich LECKER aus!!!

    Gefällt 1 Person

    1. Wili sagt:

      Danke 😊

      Gefällt mir

  2. BallesWorld sagt:

    Das sieht lecker aus!

    Gefällt 1 Person

    1. Wili sagt:

      Danke dir, ich fand das auch alles super lecker.

      Gefällt 1 Person

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