Buch-Date: Es lebt – nach der Auslosung

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Das schöne Projekt Buch-Date lebt noch, wieder oder weiterhin… und das Los ist gefallen.  Ich werde eine Buchempfehlung von Zeilenende lesen dürfen und darf wieder Eva von the lost art of keeping secrets drei Leseempfehlungen aussprechen. Das war ja bereits einmal gut ausgegangen. Doch denkt nun nicht, dass mich das beruhigen würde, ganz im Gegenteil. Jetzt plage ich mich mit der Frage, ob ich ihr auch ein zweites Mal mit meiner Leseempfehlung genüssliche Momente mit Buch bescheren kann. Damit ich eine grobe Orientierung habe, was ihr gefallen könnte, schrieb sie:

Die letzten drei Bücher, die du gelesen hast?

Kristine Bilkau – Eine Liebe, in Gedanken
Carol Rifka Brunt -Sag den Wölfen, ich bin Zuhause
Naomi Alderman – The Power

Dein Lieblings-Genre?

Coming-of-Age, dystopisches, aber ich lese gerade auch gerne Biografien

Deine drei liebsten Autor*innen?

im Moment: Walter Moers, Herta Müller, Karl-Ove Knausgard

Karl-Ove Knausgard hat mich auch gewonnen und sonst…  durfte ich erst einmal googeln, was „Coming of Age“ denn für ein Genre sei, gut so, denn ich lerne gerne. Spontan kam mir zu jedem der genannten Genres gleich ein Buch in den Sinn und nach kurzem Abwägen mit den zweiten und dritten Ideen, blieb ich bei  diesen ersten Optionen:

1. Francoise Dorner – Die Frau in der hinteren Reihe

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Zu Coming-of-Age fiel mir dieses kleine Büchlein ein. Der Roman ist schnell gelesen und erzählt feinfühlig die tieftraurige Geschichte ohne Happy End von Nina, einer Frau, die es viel zu lange versäumte ihr Leben zu wagen.

Ein Leben voller Abenteuer? So versprechen es die Zeitschriften, die Nina in ihrem Pariser Kiosk tagtäglich verkauft. Die Wirklichkeit? Wecken um drei vor fünf, dann schnell die eheliche Pflicht verrichten, und Punkt fünf ab zum Zeitungsgroßverteiler. Dann die Arbeit im Kiosk und ein offenes Ohr für alle anderen, sechs Tage die Woche, Jahr für Jahr. Ein Leben ohne Glanz – bis sie eines der Heftchen aufschlägt, in das die Männer heimlich linsen. Was wäre, wenn auch sie einen schwarzen Ledermantel hätte und ein schweres exotisches Parfüm? Schon bald wird Nina zur rührendsten ›femme fatale‹, die die Welt je gesehen hat, und zu ihrer eigenen Rivalin … Eine wunderbare Geschichte über die Launenhaftigkeit des Begehrens und die Suche nach ein bisschen Glück. (Klappentext)

2. Anita Augustin – Der Zwerg reinigt den Kittel

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Der Debüt-Roman von Anita Augustin ist vermutlich die einzige Dystopie, die ich doch mit  Vergnügen gelesen habe. Witzig bis makaber, gelegentlich überdreht, fast laut wird eine verdammt traurige, nah an der gegenwärtigen Realität gesponnene Geschichte über vier  mittellose Rentnerinnen erzählt.

„…aber Humor haben die Damen gerade keinen, dafür ein Problem. Schwere Körperverletzung, wahrscheinlich mit Todesfolge. Ursprünglich war das anders gedacht: Ferien für immer im Altenheim. Die Idee war gut, die Wirklichkeit nicht so. Club Tropicana hat zwar keine erwartet, aber diese Endlagerstätte für senile Altlasten auch nicht: talentfreie Zivis, verrückte Mitinsassen, sadistische Oberschwestern – irgendwann reicht’s. Die vier Alten schlagen zurück, und das klingt schon wieder wie ein Witz, ist aber keiner. Ein böser Spaß für alle, denen Einer flog übers Kuckucksnest eine Spur zu sozialromantisch war. (Klappentext)

3. Ernst von Glasersfeld – Unverbindliche Erinnerungen. Skizzen aus einem fernen Leben

Dies ist eine der uneitelsten und zurückhaltensten Biographien die ich gelesen habe, warmherzig, humorvoll, elegant, anekdotenreich…. Erinnernungsschnipsel eben. Der schnöde Klappentext gibt wenig von der Schönheit auf den Innenseiten wieder.

Mit feiner Ironie und der Weisheit eines langen Lebens erzählt Glasersfeld persönliche Geschichten seines Jahrhunderts.
Aufgewachsen in Südtirol und in der Schweiz, spricht er drei Sprachen schon als Kind; Studium in Zürich und Wien; Schilehrer in St. Anton und Australien.1938 Emigration über Paris nach Irland, dort Landarbeit als staatenloser Farmer. Begegnungen mit Hedy Lamarr und Erwin Schrödinger, Freundschaft mit Erskine Childers, dem späteren Präsidenten von Irland. Nach dem Krieg Kulturjournalist in Südtirol und Italien; Gespräche mit Fellini und Berenson.
In Mailand wird er Forscher am Zentrum für Kybernetik von Silvio Ceccato; 1962 Leiter eines Forschungsprojektes für maschinelle Übersetzung in Italien, später in den USA. Als Professor für Kognitive Psychologie entwickelt er „Yerkish“, eine erste „Schimpansensprache“. Freundschaft mit Heinz von Foerster. Ausarbeitung des „Radikalen Konstruktivismus“. Seine Ideen werden in den Kognitionswissenschaften ebenso diskutiert wie in der Ökonomie, in der Literatur- und Medientheorie, in der Wissenschaftdidaktik, in der Pädagogik, in der Psychologie und in der Psychotherapie, in Philosophie und Linguistik. (Klappentext)

Jetzt ist es bei dir, liebe Eva von the lost art of keeping secrets, eine Wahl zu treffen. Ich habe alle drei Bücher sehr gerne gelesen und wünsche dir ebenfalls einen genussvollen Lesespaß mit gelegentlicher Nachdenklichkeit.

8 Kommentare Gib deinen ab

  1. Mist – schon wieder drei Bücher, die aufeinander Liste wandern 😉😊

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    1. Wili sagt:

      Das tut mir Leid, das wollte ich gar nicht 😅

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  2. ….Auf meine Liste … Meine ich 😊

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  3. Myriade sagt:

    Das klingt alles so, als würde ich es auch gerne lesen. Notiert!

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    1. Wili sagt:

      Ja, lies sie einfach mit. Wie geschrieben, ich mag ein jedes auf seine Art.

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  4. Nach deiner Beschreibung wären alle drei Bücher auf jeden Fall was für mich!
    Hab einen schönen Sonntag, liebe Grüße
    Monika.

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    1. Wili sagt:

      So wie ich dich bisher kennen gelernt habe, glaube ich das auch. Dir ebenfalls einen schönen Sonntagnachmittag

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  5. Das wird ja richtig schwer sich zu entscheiden…. Danke für die tollen Empfehlungen! 🙂

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